#2 In der Krise

Wie ich gut aus einer Krise hervorgehe

und warum Anspannungs-Management mir dabei hilft



























Krise heißt in der Psychologie “aus dem seelischen Gleichgewicht geraten zu sein”. Für mich hieß das in der Vergangenheit, den mittleren Spannungsbereich und auch den ENTspannungsbereich zu vermeiden. Ja richtig gehört. Welche Funktion der ganze Stress in meinem Leben hatte, wurde mir erst nach einigen Jahren Psychotherapie bewusst. Ja, es war anstrengend, mit Hochleistungs-Turbinen unterwegs zu sein. Nur – weit nicht so bedrohlich für mich, wie all die Gefühle. Traumatische Erinnerungen, körperlich unangenehme und extreme Empfindungen in Zusammenhang mit traumatischen Erlebnissen, an die ich mich damals nicht erinnern konnte, tummelten sich in meinem Inneren. Das Leben in einer Hochschaubahn sah bei mir so aus: Ich konnte hervorragend gut anderen Menschen Güte und Mitgefühl entgegenbringen, sie respektieren und ihnen alles unverzeihliche verzeihen. Mir selbst natürlich nichts dergleichen.


Heute kann ich mein Verhalten gut nachvollziehen. Früher nicht. Da war ich erbarmungslos mit mir und Leistungen konnte ich mir selbst auch nicht an die Fahnen heften. Ironischer Weise konnte ich in allgemein anerkannten Krisensituationen, wunderbar die Fassung bewahren. Ich war gerne der Fels. Tod, Krankheit, Katastrophe am Arbeitsplatz ? Kein Problem. DAS hat mich nie aus dem Gleichgewicht gebracht. Ich war konditioniert auf Krise im Außen.



Nur dann, wenn es ruhig wurde,

ich nicht gefordert oder gebraucht war,

dann war ich schlicht – verzweifelt. Kennst du das Gefühl?




Achtsamkeit und Anspannungs-Management sind das Rückgrat der dialektischen Verhaltenstherapie. Sie wurde von der wunderbaren Marsha Linehan entwickelt und etabliert. Diese Therapie-Richtung heißt DBT und war meine erste Therapie-Erfahrung mit anhaltender Wirkung. Erst am Ende ihrer wissenschaftlichen Karriere offenbarte sie die Stationen ihrer eigenen Lebensbewältigung. In ihren Jugendjahren litt Marsha unter chronischen Schmerzen, selbstverletzendem Verhalten und Suizidalität. Und zwar so stark, dass ihr beim Verlassen einer Klinik keine Überlebenschance außerhalb der Psychiatrie bescheinigt wurde. Marsha war in den frühen 60iger Jahren über zwei Jahre lang dort. Genau diese junge Frau erforschte das Leiden meisterhaft und schenkte der Welt eine der anerkanntesten und erfolgreichsten Therapierichtungen. Ihre Arbeit, die sich ursprünglich auf Menschen mit einer bestimmten medizinischen Klassifizierung konzentrierte, breitete sich jedoch stark aus und erreichte den Suchtbereich und den Jugend- und Familienbereich.


Die Lebensgeschichte von Marsha ist endlich da! Zwar