#13 Stolz

eine glänzende Erlaubnis




Stolz will öffentlich gezeigt werden. Das schöne Gefühl, das Motivation, Verbundenheit und Selbstbewusstsein stark macht, ist damit allerdings nicht für alle Menschen nur schön. Wurdest Du in Deiner Vergangenheit für dieses Gefühl ausgegrenzt? Wurdest Du dafür gedemütigt im Mittelpunkt zu stehen? Aufmerksamkeit brachte Dir auch Strafe und Schmerz? Dann möchte ich Dir gerne folgendes sagen:




Du hast das Recht stolz auf Dich zu sein.

Du darfst glänzen.




Die negative Gefühlsspirale als Reaktion auf Stolz brauchst Du gar nicht mehr. Auch wenn Deine Dynamik in Familie oder Umfeld sich erst daran gewöhnen und es dauern wird, bis Du Dich nur noch wohl mit Stolz fühlst.


Vermeidung von Stolz hat mir in der Vergangenheit das Leben oft vergällt. Wir alle brauchen Stolz. Er ist ein Motor für Selbstverwirklichung und Erfolg, eine Hochstimmung und ein Moment der Stärke in sich selbst. Es ist wunderbar, sich von Zeit zu Zeit der Welt gewachsen zu fühlen, sich an vergangene Erfolge zu erinnern und weitere Vorhaben planen zu können. Dabei will der Stolz nicht nur gesehen werden. Der natürliche Drang zu ernten, Anerkennung zu erhalten oder einfach nur das schöne Gefühl zu teilen, spielen hier eine wesentliche Rolle.


Wir können auf andere Menschen stolz sein, mit denen wir uns verbunden fühlen. Die Funktion ist hier schlicht die eigene Aufwertung durch Zugehörigkeit in einer Gruppe. Wir können aber auch stolz auf ganz individuelle Errungenschaften und Dinge sein, die wir tun.




Dieses Gefühl hat also zwei Funktionen, sich motivieren zu können

über sich selbst hinaus zu wachsen und sich und seinen Liebsten

im sozialen Gefüge einen sicheren Platz zu verschaffen.




Stolz ist immer dann wichtig zuzulassen, wenn ich mich echt angestrengt habe. Die Anstrengung gilt es zu würdigen, vielleicht sogar zu teilen und Anerkennung anzunehmen. Das klingt toll, wenn da nicht so viele gute Gründe wären, den Stolz nur ja nicht in meine Nähe zu lassen. Blöd. Der wichtigste Motor für Leistungsbereitschaft eines Menschen bleibt kalt. Ich verrate Dir die klassischen Gründe, warum manche Menschen den Stolz scheuen.

Sie haben Angst davor mit negativen Reaktionen bestraft zu werden, wie es eben beim Heranwachsen geschehen ist. Das ist der zu erwartende Normal-Status dieser Menschen und hat nichts mit ihrem eigenen Wesen zu tun. Es hat mit ihren Erfahrungen zu tun. Menschen lernen aus Erfahrungen. Reaktionen auf Stolz waren in der Vergangenheit meist Neid, Eifersucht oder Verachtung. Vielleicht wurden auch bei kleinen Erfolgen übermäßig grandiose Erwartungen ausgesprochen und die Angst davor nicht genug zu sein, es niemals sein zu können, lodert erneut auf. Ich bin mit diesen Erfahrungen nicht alleine. Sogar die zerreißenden Erfahrungen aus dem -klein gehalten werden, um nicht jemand anderen, vielleicht das Lieblingskind in den Schatten zu stellen- und dem Anspruch der Grandiosität per se, sind keine Seltenheit.


Was hilft mir also wirklich aus diesem Kreislauf auszusteigen und das menschliche und grundlegend lebenswichtige Gefühl für ein erfülltes Leben für mich SICHER zu machen? Es sind mehrer Dinge.


  • Ich übe mich im anerkennen der Realität, auch wenn das mein Familiengefüge durcheinander wirbelt. Ich beteilige mich nicht mehr an den romantischen Geschichten, die meiner Kindheit zugeschrieben werden und erkenne an, dass ich neben schönen Erfahrungen auch stark gelitten habe. Das ist nicht leicht, weil es Beziehungen gefährdet, die mir wichtig sind. Ohne Schuld zu verteilen, ist die bloße persönliche Geschichte, meine Gefühle, die von mir beschütz